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3.3.2   Sprachlich-kulturelle Unterschiede

Der Mensch sieht die Realität und versteht Begriffe durch verschiedene Filter: seine persönliche Erfahrung, seine Ausbildung, seine Kultur und seine Sprache. Das betrifft ganz allgemeine Begriffe aus dem Alltagsleben (z. B. Definition von Frühstück) aber auch Fachbegriffe aus Technik, Medizin oder Wirtschaft, um einige Beispiele zu nennen.

So bildet die deutsche Sprache im Gegensatz zur französischen Sprache keinen allgemeinen Begriff für „Herausbewegen“ („sortie“ auf Französisch). Dafür bildet die englische Sprache einen Oberbegriff für das Herausbewegen aus einem Ort („exit“), während die deutsche Sprache mehrere Unterbegriffe bildet, je nachdem, mit welchem Fortbewegungsmittel diese Bewegung stattfindet: „Ausgang“ oder „Ausfahrt“ (vgl. Abbildung 10).

In der Übersetzerpraxis führen diese sprachabhängigen begrifflichen Unterschiede oft zu Problemen, weil der Kontext nicht immer verfügbar ist bzw. nicht ausreicht, um die nötigen Entscheidungen zu treffen, etwa im unteren Beispiel bei einer Übersetzung, die im Ausgangstext ein englisches Wort wie „exit“ enthält, bei der der Übersetzer sich im Deutschen entscheiden muss.

Die Aufgabe der Terminologen ist es also, sprachneutrale Begriffe zu definieren, um begriffliche Systeme zwischen Sprachen und Kulturen zu überbrücken. Bei fehlenden Benennungen für einen Begriff in einer bestimmten Sprache wird oft die Benennung eines Oberbegriffs bzw. eines Unterbegriffs vererbt.

 Abbildung 10
Abbildung 10: Begriffliche Unterschiede im Sprachvergleich

 



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© 2017 DIT (Deutsches Institut für Terminologie e.V.)
Petra Drewer, François Massion, Donatella Pulitano


 

Aktuelles

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    Auch 2022/2023 vergeben wir unseren DTT-Förderpreis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Terminologiewissenschaft und Terminologiearbeit.

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